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März 23rd, 2009 | Author: Petra

NRW Tourismus ist mit einer neuen Website im Netz. Modernes Design, klare Userführung, ansprechende Bilder und einfache Online-Buchungsmöglichkeiten, das sind die Ziele für den neuen Internet-Auftritt, so Prof. Dr. Ute Dallmeier, Geschäftsführerin des Tourismus NRW e.V.

Die Startseite von NRW-Tourismus, Anzeige mit Flash 9

Die Startseite von NRW-Tourismus, Anzeige mit Flash 9

Ich kann leider auf der Startseite gar nicht alles sehen, weil ich noch mit Flash 9 unterwegs bin. Die Site benötigt aber offenbar die neue Flash-Version 10 und deswegen begrüßen mich auf der Startseite gleich zwei große weiße Flächen. Ich glaube nicht, dass ich die einzige bin, die nicht ständig mit der allerneusten Software ausgerüstet ist.

Wer also hier also noch mit Flash 9 oder älteren Versionen surft, sieht zwar das Menü, die Regionenkarte und alle Infos über die Inhalte der Site, aber das große Bild neben der Karte und der Player für den Film über die Region fehlen.

Nun probiere ich die Veranstaltungssuche aus, die befindet sich ja gleich unterhalb de NRW-Karte. Ich klicke das erste Feld an, wähle den 26.03.2009 aus. Das Datum erscheint im amerikanischen Format 2009-03-26 (kleiner Schönheitsfehler), das zweite Datumsfeld lasse ich frei, weil ich nur für den 26.03. suchen will, alle andere Felder lasse ich so, wie sie sind: “alle Städte”, “25 km Umkreis” und “alle Kategorien” und klicke auf “suchen”. Was erhalten ich? Eine Fehlermeldung:
/data/var__www/module/lib/search/class.event_filter.php, Line 817: Error Code 0: ERROR EventFilter::validate(): EndDate () is smaller than StartDate (2009-03-26)

Der Supergau! Da wird die Fehlermeldung nicht einmal maskiert, sondern auch noch genau ausgegeben, in welchem PHP-Skript das Problem liegt. Sowas sollte der Besucher eigentlich gar nicht sehen, wenn denn schonmal ein Fehler passiert.

Gut, nun kann ich erkennen, dass das Problem wohl daran liegt, dass ich kein zweites Datum eingegeben habe, scheinbar wird vom Programm dann als zweites Datum automatisch das heutige Datum gewählt. Mir müsste aber in der Eingabemaske gesagt werden, dass ich unbedingt beide Felder ausfüllen muss, auch wenn es unkomfortabel ist. Idealerweise hätte der Programmierer es so programmieren müssen, dass, wenn nur ein Datum vom User gesetzt wird, das Programm das zweite Datumsfeld automatisch auf den selben Tag setzt - kein großer Aufwand.

Setze ich nun also beide Daten, dann erhalte ich tatsächlich 197 Termine. Etwas seltsam die Angaben zum Weiterscrollen, ich befinde mich bei 1 - 20 und kann dann auf “02″, “03″ usw. klicken. Klicke ich auf Seite 02, dann hat der Kalender plötzlich 398 Termine gefunden! Übrigens sind da auch Termine aus Wiesbaden dabei; ich wusste gar nicht, dass die hessische Landeshauptstadt jetzt in Nordrhein-Westfalen eingemeindet wurde?! Ach nein, jetzt werden plötzlich Termine aus ganz Deutschland aufgeführt, kein Wunder, dass nun 398 statt vorher 197 Termine gefunden wurden.

Ich gebe die Veranstaltungssuche auf. Da ist ja alles nur halb fertig programmiert und scheinbar noch gar nicht auf Fehler getestet!

Die einfache Unterkunftsbuchung soll ja ein weiterer Pluspunkt der neuen Website sein, also schaue ich dort als nächstes.

Weil sich nur auf der aktuellen Seite eine neue Eingabemaske öffnet, aber die komplette Seite nicht neu geladen wird, befinde ich mich laut Title Tag immer noch im Veranstaltungskalender. Etwas irritierend, ein kleiner Schönheitsfehler.

Ich will am nächsten Wochenende von Samstag bis Montag verreisen und gebe ein, bzw. wähle aus: “28.03.2009″, “30.03.2009″, Unterkunftsart “Ferienwohnungen”, Anzahl der Zimmer “1″, Erwachsene “1″ und Region “Münsterland”. Nett ist, dass ich jetzt teilweise sehen kann, bei welchen Anbietern gesucht wird. Weniger nett ist, dass keine Ferienwohnungen bzw. Ferienhäuser gefunden wurden. Noch vor den Osterferien im ganzen Münsterland nichts frei? Merkwürdig.

Ich klicke auf “Suche ändern”, da hat sich das Programm zum Glück meine Angaben von vorhin gemerkt. Sie werden jetzt woanders angezeigt, aber das stört nicht weiter, abgesehen davon, dass ich einen Bildschirm lang herunterscrollen muss. Ich suche jetzt das gleiche in ganz NRW. Tatsächlich werden jetzt 17 Unterkünfte gefunden. 17 in ganz NRW, außerhalb der Ferienzeit? Nicht sehr viel. Gesucht wird übrigens bei my.IRS und feratel und dort finden auch die Buchungen statt, wenn man denn etwas passendes findet. Ich habe eine Ferienwohnung ausgewählt, lande bei feratel und erfahre: “Die Unterkunft ist aus folgenden Gründen nicht buchbar:
Aufenthaltszeitraum
* An- und Abreisebedingungen
Belegung”
Allerdings wurden hier gar nicht meine Buchungsdaten übergeben. Wenn ich jetzt manuell wieder die Daten von vorher eingebe, kann ich die Ferienwohnung doch buchen!

Fazit: Die Unterkunftssuche ist mehr als mau. Offensichtlich befinden sich in den Datenbanken der Kooperationspartner nur sehr wenige Unterkünfte. 17 freie Ferienwohnung und -häuser in ganz NRW außerhalb der Ferien, das ist ja lächerlich! Die Datenübergabe funktioniert nicht gut und mir wird erstmal signalisiert, ich könne die Unterkunft nicht buchen und muss meine Daten alle neu eingeben. Komfortabel ist das nicht und man muss sich auch nicht wundern, wenn die Online-Buchungen nicht deutlich mehr werden, bei den wenigen Datensätzen.

Neue NRW-Tourismus-Website: Viel Bild und wenig Inhalt

Neue NRW-Tourismus-Website: Viel Bild und wenig Inhalt

Ich klicke auf “Magazin” in der oberen Menüleiste. Automatisch lande ich im ersten Menüunterpunkt “Städte und Kultur in NRW” mit insgesamt acht Themen. Ich wähle “Reisetipps und Veranstaltungen”. “NRW hat viel zu bieten” erfahre ich. Ausstellungen, Sportevents werden genannt und ich werde aufgefordert: “Stöbern Sie doch einmal und tauchen Sie ab ins urbane Abenteuer.” Anklicken kann ich in diesem Bereich nichts. Weiter unten finde ich ein paar Links zu Oberhausen. Rechts daneben ein Bild eines Fachwerkhauses in Lemgo, ein Bild vom Aachener Dom mit einem Satz über Hotel-Arrangements und Mittelalter und wieder Oberhausen, das Musical Tanz der Vampire. Klicke ich auf eines der Bilder, dann öffnet sich eine kleine Bildergalerie mit den vier schon erwähnten Fotos in groß. Schließlich finde ich heraus, dass man auch auf “mehr” neben jeder Bildbeschreibung klicken kann (Link optisch nicht hervorgehoben) und dann öffnet sich in einem neuen Fenster oder Tab ein externer Link zu den angegebenen Themen.

Ich finde das alles noch sehr mager und unübersichtlich.

Was mir wirklich gut gefällt, sind die etwas persönlicheren Tipps mit richtigem Magazin-Charakter. Diese findet man etwas versteckt z. B. unter Übernachten der Unterpunkt “Ungewöhnliche Hoteltipps” und alle Artikel unter “Reiseexperten”. Wenn NRW-Tourismus diese Rubriken ausweitet und vielleicht noch etwas übersichtlicher präsentiert, kann sie hier punkten.

Auch die Bilder sind sehr schön und stimmungsvoll.

Ansonsten macht der Internet-Auftritt den Eindruck, noch nicht fertig zu sein - vor allem scheint niemand das Werk der Programmierer durchgetestet zu haben. Auch der Magazin-Teil ist noch sehr mager bestückt. Hoffentlich kommt noch viel spannender Content dazu. Wenn das nicht geplant ist, liefern wir gern einen Blog dazu, der genau das erledigt! ;-)

März 17th, 2009 | Author: Petra

Der Rattenfänger von Hameln

Der Rattenfänger von Hameln

Auf der ITB in Berlin gewann Hameln den 3. Platz bei der Preisverleihung des Internationalen Tourismus-Filmwettbewerbs “Goldenes Stadttor”. Die Internetseite http://www.725-jahre-rattenfaenger.de/ mit dem außergewöhnlichen Flash-Auftritt überzeugte die Jury in der Kategorie “Website”. Das Goldene Stadttor ehrt anlässlich der ITB jährlich innovative Beiträge in den Segmenten Tourismusfilme, Events, Reisemagazine, TV-Spots und Websites.

Die Flash-Site (auch eine HTML-Version ist vorhanden) ist recht düster gehalten und versucht, neben der Legende des Rattenfängers auch Informationen über Führungen, musikalische Veranstaltungen etc. zu vermitteln.

Bei meinem Besuch der Site stellte ich einige Fehler fest, z. B. finde ich keine ECards, auch wenn ich vorher brav die Psychotest mache - beide Bereiche sind zu einem Menüpunkt zusammengefasst. Der ganze Bereich stürzt übrigens ab, wenn ich vorher ein paar andere Seiten aufrufe. Ansonsten würde ich eher den Legenden- und Spielerei-Bereich von Informationen zum Urlaub abtrennen, zumal mir hier der Nutzen der Site nicht klar wird. Unter “Buchen” werden verschiedenen Führungen und Wochenendpauschalen vorgestellt, aber ich finde keine Möglichkeit, sie zu buchen! Ich werde zwar aufgefordert, nach besonderen Konditionen zu fragen, aber es wird nicht einmal eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angeboten, geschweige denn ein Online-Buchungs-Modul. Also muss der Interessent erstmal im Impressum nachschauen - viel zu kompliziert!

März 13th, 2009 | Author: Edda

Hotelbewertungen im Netz sollten Surfer besser genau unter die Lupe nehmen - einige Portale kontrollieren nicht scharf genug, um Manipulationen aufzudecken. Das geht aus einer Untersuchung der Hochschule Heilbronn hervor, die am Donnerstag, 12. März 2009 auf der Reisemesse ITB (11. bis 15. März) in Berlin vorgestellt wurde. (dpa/tmn)

Offen blieb in dieser Meldung leider, ob in den getesteten Fällen die Bewertungen zu gut oder zu schlecht ausgefallen sind. Im Zweifel wohl zu gut für die Betreiber und zu schlecht für den Kunden. Leider. Fakt ist, dass sich vor allem unprofessionelle Betreiber von Portalen (allerdings aller Branchen) immer wieder dabei ertappen lassen müssen, dass sie mehr oder weniger ungeschickt versuchen Product-Pacement (offizieller Marketing-Begriff für Produktplatzierungen oder Werbeaussagen) zu betreiben. Dabei ist schon der Ehrenkodex für alle Werber – ob professionell oder nicht – der Umstand, dass Werbung wahr sein muss. Und dass es immer einen Verantwortlichen für diese Aussagen gibt (siehe Bestimmungen Presserecht über „Impressum“). Dass hierfür jedoch eine Studie erforderlich ist, macht nicht nur so manchen Blogger stutzig. Denn eigentlich sind es doch die interessierten Surfer, die einen solchen Missstand aufdecken können und es auch immer wieder tun.

Unterstellt man jetzt einigen Betreibern von Portalen einfach mal, dass sie zu gutmütig sind, respektive zu leichtgläubig. Oder sie sind schlichtweg inspiriert vom Zauberwort des suchmaschinenoptimierten Content. Und schon sieht so mancher Betreiber nur die einfache Kosten-Nutzen-Rechnung. Nämlich dass sich durch (kostenlose) Kunden-Bewertungen Bewegung auf der Site einstellt und man im günstigsten Fall auf diese Weise auch noch die Wünsche der Kunden ergründen kann. Dass dieser Content allerdings auch koordiniert, respektive redigiert und manchmal auch zensiert werden muss, zeigt sich schon seit einiger Zeit. Wie nicht nur Kölner Marketingexperten hier zu sagen pflegen: „wat nix koss´ is auch nix“ findet wieder Bewahrheitung.

Fakt sei, so das Resumé der Studie, dass Urlauber vor allem einen Blick auf das Datum von Bewertungen werfen sollten, bevor sie sich von dem Urteil anderer Reisender beeinflussen lassen, sagte Tester Sebastian Schöpe auf der Messe. Denn nur wenige Portale löschten ältere Beiträge regelmäßig. Wichtig sei auch, dass ausreichend viele Bewertungen die Note eines Hotels ergeben. In einigen Fällen hätten die Tester nur zwischen zwei und zwölf Meinungen zu testweise gesuchten Hotels gefunden.

Dem Urlauber hilft dieser Rat im Zweifel dergestalt, dass er sich für ein anderes Hotel entscheidet. Und jenen Hotelbetreibern, die sich ganz im Sinne des Zeitgeistes wähnen, sollte jetzt doch mal ein Licht aufgehen, dass jede Form von Publikation – ob in einer Broschüre oder im Internet – eine gute Investition in die Zukunft bedeutet.

Die Experten der Hochschule hatten Bewertungsportale im Auftrag der Zeitschrift «Urlaub perfekt» getestet.

März 12th, 2009 | Author: Edda

Pünktlich zum Start der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin– so ist es zumindest in sämtlichen überregionalen Medien nachzulesen – ist den Einheimischen ein Defizit an Freundlichkeit an sich aufgefallen. Zumindest ist es den Medien aufgefallen. Oder den Veranstaltern? Oder gar den Touristen? Nicht auszudenken!

Ja, der Umstand, dass man mit Touristen sein Geld verdienen möchte, ist schon eng gekoppelt an so etwas wie Freundlichkeit – das lernt schon jeder Azubi im Hotel. Aber dass gleich eine ganze Stadt überlegt, ob die bis in alle Welt hinaus bekannte „Kodderschnautze“ jetzt ein wenig Lipgloss braucht, ist schon nett – freundlich formuliert.

Aber kann man denn wirklich erwarten, dass sich alle Berliner pünktlich zur ITB so etwas wie einer Gewissensfrage unterziehen sollten? Was genau macht denn „den Berliner“ für Touristen so unfreundlich? Ist das nicht diskriminierend? Oder hat es gar System? Immerhin kommen die Touristen ja nicht in erster Linie wegen der Einheimischen sondern wegen der vielen von Steuergeldern subventionierten und frisch renovierten Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Manche kommen sogar gleich mit dem Zug. Selbst als man damit noch am Bahnhof Zoo ankam, gab es ja zumindest schon mal die malerischen Spreeboot-Fahrten oder die szenigen Künstlerviertel. In jüngster Zeit kann man ja auch noch unterstellen, dass einige sich erhoffen, mit viel Glück Brad Pitt auf offener Straße zu treffen. Aber wegen der Berliner? Kommt da einer extra wegen denen? Fakt ist, sie sind nun mal da und auf irgendeine Art und Weise müssen sie ja auch ihre Stadt gut finden, schließlich leben sie ja dort und verdienen dort ihr Geld. Einige auch mit Touristen. Die finden Berlin nämlich auch gut.

Also bleiben wir mal bei denen. Für einige Touristen fängt es auch damit an, dass sie am Flughafen Tempelhof landen, wenn man - so wie ich - aus dem Westen der Republik nach Berlin anreist. Die meisten Taxifahrer, die mich dann in die Innenstadt hinein fuhren (kostet in Berlin übrigens einiges weniger als anderswo in Deutschland), hießen Ali oder Yusuf und die waren stets sehr freundlich. Insbesondere was das Auffinden von Schleichwegen betraf, wenn gerade mal wieder eine Hauptverkehrsader wegen eines politischen Besuchers weiträumig abgesperrt war. Doch, die schimpfen auch ab und zu. Aber nicht wegen der Touristen, sondern höchstens mal wegen der sogenannten „Nullnummern“, die ich noch aus Bonn kenne, als uns hier die Diplomaten mit ihren 0- Kennzeichen und ihren ortsfremden Fahrkenntnissen in Erstaunen versetzten.

Aber jetzt mal Hand aufs Herz. Ich komme selbst aus einer mittlerweile touristischen Hochburg, genau gesagt aus Koblenz. Klar, kein Vergleich, aber hier bestaunten schon vor 30 Jahren Besucher aus Italien, Spanien, Holland und den USA das „German Corner“ und die vielen „magic Castles“. Erschwerend kam hinzu, die fragten wirklich mal nach dem Weg. Besonders schön war, wenn mitten in der aus Einbahnstraßen bestehenden Altstadt ein Bus mit 85 Italienern hielt und man nach einem netten Restaurant mit rheinischer Küche gefragt wurde. Das erforderte schon mal Erklärungen „con mani e piedi“.

Ok, Koblenz ist stattgegebener Maßen schon beginnendes südliches Rheinland und der Rheinländer ist ja eher als aufgeschlossen bekannt. Deshalb gibt es auch hier Rhein auf-Rhein ab Verkehrsstaus zu den Top-Ausflugszeiten und an den Promenaden gibt es an sonnigen Sonntagen schwerlich einen Parkplatz für mich als Einheimischen.

Kopf hoch, liebe Berliner! Ihr braucht jetzt nicht noch post-murum an so etwas wie Freundlichkeit zu gewöhnen. Ist ja auch nicht jedem gegeben. Und dass der Bus in Berlin eine Einbahnstraße findet um einen verdutzten Einheimischen nach einem Restaurant mit Spreewald-Gurken-Rezepten zu fragen, ist eher unwahrscheinlich – dem Internet sei Dank!

Also bleibt locker. Und besonders zu Messen, die sicherlich Touristen anziehen - dann einfach lieber zu hause. Ihr könnt euch ruhig auf rheinische Blogger wie mich verlassen. Und – im Vertrauen - auch auf eure Touristen, die zwar nicht „was issn dette?“ verstehen, dafür aber mittlerweile über eure Stadt twittern, bloggen, surfen und immer gerne wiederkommen, so wie ich.

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März 04th, 2009 | Author: Petra

Ich recherchiere im Moment über Spaßbäder. Und stelle mal wieder fest: Ich habe große Bildungslücken. Nicht nur bin ich noch nie eine Black Hole Rutsche hinuntergerutscht, obwohl die in angesagte Spaßbädern schon fast Standard ist. Nein, ich habe bisher nichtmal davon gehört! Na gut, aber das nur am Rande.

Bei der Recherche bin ich auf zwei Bäder gestoßen, deren Websites ich gegeneinander stellen möchte, um sie - nach meinem persönlichen Geschmack und professionellen Gesichtspunkten - zu bewerten und zu vergleichen. Das alpamare in Bad Tölz und das schwapp in Fürstenwalde. Ein persönlicher Geschmackspunkt geht übrigens gleich an das schwapp für seinen lustigen Namen.

Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier nicht die Bäder bewerte, die ich beide NICHT kenne, sondern nur die Websites.

1. Aufruf der Websites

Auf http://www.schwapp.de werde ich von einer Flash-Animation begrüßt, weil ich der Seite Flash erlaubt habe - normalerweise wäre sie von meinem Firefox abgeblockt worden. Die Animation wird von einem Hintergrundlied über das schwapp untermalt. Zu sehen sind Buchstaben, die die Wörter “Master Blaster”, “Black Hole”, “Action River”, “Piratenburg” und “Wasserfall” bilden. Nach meiner Recherche kann ich mir darunter etwas vorstellen, vorher hätte ich nur verwundert auf den Buchstabensalat geschaut. Also sprechen diese Worte nur Spaßbad-Profis an.

Nachdem das Flash-Filmchen abgelaufen ist, komme ich auf die eigentliche Website, die mich im schwapp herzlich willkommen heißt. Das Textchen der Seite ist ein typischer Werbetext, der davon handelt, dass Große und Kleine im schwapp auf ihre Kosten kommen. Info-Gehalt gleich Null. Einige Bildchen werden einge- und überblendet. Gleichzeitig poppt ein Fensterchen auf, in dem ich zur Mitternachtssauna “Frühlingserwachen” eingeladen werde, die am 06.03.09 stattfindet.

Mein Eindruck: Gezielt für aktuelle Veranstaltungen zu werben, finde ich sinnvoll. Die Infos sind auch alle da: Wie ist der Ablauf der Veranstaltung, was kostet es etc. Ob dafür ein extra Fensterchen aufpoppen muss? Ich persönlich mag das nicht und verbiete es meinem Browser im Normalfall. Ist aber vielleicht auch Geschmackssache. Die eigentliche Startseite ist meiner Meinung nach verschenkt, abgesehen von den Bildchen, die Schwimmspaß, glückliche Familien und gute Laune verheißen.

Technik/Suchmaschinenoptimierung
: Das Flashfilmchen am Anfang frisst nur Sekunden, enthält keine Informationen und ist für Google irrelevant. Die Startseite ist mit Frames programmiert. Das bedeutet, dass ich für fast null Inhalt scrollen muss, wenn ich alle Bildchen anschauen will und für Suchmaschinen sind Frames ebenfalls problematisch. Im Title-Tag steht nichts sinnvolles (Willkommen im Schwapp) für Suchmaschinen oder Menschen, genauso wenig wie im Content der Seite. Als ich sie bei meiner Recherche das erste Mal aufrief, habe ich daher das schwapp erstmal als uninteressant abgetan.

http://www.alpamare.de lädt sich rasend schnell. Die Imagebildchen (vier) verheißen zweimal Action, einmal Entspannung und ein glückliches Kind. Der Text ist kaum länger als der des schwapp, aber hier wird gleich mit Keywords gearbeitet, die für Mensch und Suchmaschine relevant sind: “Spiel, Spaß und Spannung, Wellness und Erholung”, “Europas längste Rutschen”, “Indoor-Surfanlage”, “entspannen in der Tölzer Therme”, “in der Jodsole grüne Energie tanken”, “als Familie von attraktiven Family-Rabatten profitieren”, “im saubersten Bad Deutschlands”, “Restaurant Bel’Mare” und “gesunde Köstlichkeiten”.

In einem auffällig umrandeten Kasten auf der rechten Seite wird ebenfalls auf aktuelle Aktionen hingewiesen.

Technik/Suchmaschinenoptimierung: Die Seite des alpamare ist modern gestaltet und Google findet den kompletten Text. Suchmaschinenoptimierung wäre möglich, z. B. steht auch hier im Header außer dem Badnamen nichts Relevantes. Die Bilder haben aussagelose Namen “01_So_viel_Spass.gif” und keine Alternativtexte.

2. Was hat das Spaßbad zu bieten?

Beim schwapp finde ich sogleich eine Menüüberschrift “Ausstattung” - klick! Erst bin ich enttäuscht. Wieder nur so ein Bla-Bla-Werbetext: Treten sie ein, Wasserparadies, entfliehen Sie dem Alltag, schenken Sie sich und ihrer Gesundheit und so weiter und so fort. Null Inhalt, kennen wir schon von der Startseite. Die Bildchen, die ich hochscrollen kann sind so klein, dass ich wenig erkenne.

Auf den zweiten Blick finde ich unter den Bildchen noch ein zweites Menü mit Punkten wie “Spassbad”, “Sportbad”, “Gastronomie” - ich klicke auf “Spassbad” (warum eigentlich mit Doppel-S? Ich komme aus Dortmund, da sagt man das so, mit kurzem “a”: Spass und Fass reimen sich). Es poppt ein neues kleines Fensterchen auf. Warum? Damit nicht der wichtige aussagefreie Text von vorher verschwindet? Egal. Im Fensterchen ist jetzt aufgelistet, was das Bad zu bieten hat, als Liste:

* Master Blaster
(Berg- und Talrutsche)
* Black Hole (109 m)
* Röhrenrutsche (65 m)
* Actionriver mit Wellen
* Kleinkinderbereich
(400qm mit Piratenschiff)
* Piratenburg und -schiff
* Wasserfall mit Grotte
* Strömungskanal
* Whirlpool
* Whirlliegen
* Solarium
Und das ist es. Weitere Informationen zur Ausstattung und den Möglichkeiten des Spaßbades gibt es nicht oder sie sind so versteckt, dass ich sie auch nach gründlicher Suche nicht finden konnte.

Dazu muss man sagen, dass nach meinem Kenntnisstand der Master Blaster eine echte Attraktion und in Deutschland nur zweimal vorhanden ist. Black Hole Rutschen sind in gehobenen Spaßbädern zwar mittlerweile oft vertreten, aber immer noch etwas besonderes und auch überall unterschiedlich ausgestattet. Was ist mit Piratenburg und -schiff - vielleicht mal ein Bild davon?

Meiner Meinung nach hat das schwapp wirklich außergewöhnliche Attraktionen zu bieten, aber die werden komplett unter den Tisch gekehrt, im Vorbeigehen mal erwähnt, aber nirgendwo vorgestellt.

Google kann auf der Pop-Up-Unterseite kaum mitbekommen, dass irgendwo das Keyword “Master Blaster” vorkommt. Folgerichtig finde ich die Website des schwapp auch auf den ersten drei Ergebnisseiten nicht, egal ob ich nach “master blaster rutsche” oder “master blaster spaßbad” suche. Zum Glück wurde offline bessere Pressearbeit geleistet, denn immerhin werden bei Google etliche Artikel auf anderen Seiten aufgelistet, die auf das schwapp eingehen.

Im alpamare habe ich solche Schwierigkeiten nicht. Schon auf der Startseite werde ich ja auf die vielen Rutschen und die Spezialität, das Indoor-Surfen angesprochen, beides übrigens direkt anklickbar. Danke! Jede Rutsche wird mit Länge, Geschwindigkeite und Besonderheiten beschrieben ebenso wie die Indoor-Surfanlage, die gleich online reserviert werden kann.

Auch Google entdeckt die Website schnell: Als erstes Suchergebnis auf Seite 2 finde ich das alpamare, wenn ich nach “indoor surfen spaßbad” suche. Weitere Artikel anderer Seiten werden ebenfalls aufgelistet.

3. Presse

Dass ein städtisches Hallenbad nicht extra eine Rubrik für die Presse einrichtet, um sein 70er Jahre Design der Öffentlichkeit zu präsentieren ist weitgehend nachvollziehbar.

Aber ein etwas größeres Spaßbad oder überhaupt irgendein Veranstalter oder Betreiber von Freizeiteinrichtungen hat nichts zu verlieren, wenn er online einen oder mehrere Pressetexte und ein paar Bilder zum Herunterladen anbietet. Ich bin sicher nicht die einzige (Online-)Redakteurin, die oft schnell mal ein paar Infos braucht, aber keine Lust hat, erst bei der Pressestelle (wenn vorhanden) oder der Marketing-Abteilung anzurufen oder zu mailen und dann auf eine Antwort zu warten, nur um zu erfahren, dass gar keine Infos vorliegen oder nur an die Print-Presse ausgegeben werden etc.

Die Voraussetzungen sind denkbar einfach: Es müssen nur ein paar Fotos besorgt werden, für die der Spaßbad-Betreiber alle Nutzungsrechte hat. Notfalls macht er sie selbst! Ein Pressetext sollte sowieso vorliegen - irgendwie wird doch ein Bad dieser Größe Werbung und PR machen müssen. Liegen diese Infos vor, kann jeder Blogger, jeder Online-Redakteur und jeder Journalist rasch und spontan über dieses Bad berichten, ohne großen Aufwand. Mir sind keine Nachteile bekannt, die das Spaßbad davon haben könnte.

Das alpamare hat einen solchen Pressebereich. Das schwapp nicht.

4. Fazit

Das alpamare hat eine übersichtliche Seite ohne viel Schnickschnack und präsentiert alle seine Vorteile übersichtlich. Die Informationen sind so aufbereitet, dass Mensch und Suchmaschine sie ohne weiteres finden. Wenn jemand über das alpamare berichten möchte, findet er Pressematerial gleich online vor. Suchmaschinenoptimierung ist noch möglich, aber unter wichtigen Suchbegriffen wird das alpamare auch so schnell gefunden.

Das schwapp hat als Bad ebenfalls viel zu bieten, aber die Informationen darüber sind mehr als spärlich. Der Mensch kann sich mit etwas Mühe noch ein paar Fakten zusammenkratzen, für Google sind diese Keywords allerdings nicht oder kaum zu finden. Internet-Nutzer sind nicht für ihre Geduld bekannt. Wer nicht gleich findet, was er sucht, klickt für gewöhnlich sofort weiter. Für technischen Schnickschnack wie das Intro und den Werbesong wurde (vermutlich) Geld ausgegeben, der Nutzen jedoch ist minimal. Die Navigation findet auf mehreren Ebenen statt und ist unübersichtlich. Ein Pressebereich fehlt.