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März 04th, 2009 | Author: Petra

Ich recherchiere im Moment über Spaßbäder. Und stelle mal wieder fest: Ich habe große Bildungslücken. Nicht nur bin ich noch nie eine Black Hole Rutsche hinuntergerutscht, obwohl die in angesagte Spaßbädern schon fast Standard ist. Nein, ich habe bisher nichtmal davon gehört! Na gut, aber das nur am Rande.

Bei der Recherche bin ich auf zwei Bäder gestoßen, deren Websites ich gegeneinander stellen möchte, um sie - nach meinem persönlichen Geschmack und professionellen Gesichtspunkten - zu bewerten und zu vergleichen. Das alpamare in Bad Tölz und das schwapp in Fürstenwalde. Ein persönlicher Geschmackspunkt geht übrigens gleich an das schwapp für seinen lustigen Namen.

Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier nicht die Bäder bewerte, die ich beide NICHT kenne, sondern nur die Websites.

1. Aufruf der Websites

Auf http://www.schwapp.de werde ich von einer Flash-Animation begrüßt, weil ich der Seite Flash erlaubt habe - normalerweise wäre sie von meinem Firefox abgeblockt worden. Die Animation wird von einem Hintergrundlied über das schwapp untermalt. Zu sehen sind Buchstaben, die die Wörter “Master Blaster”, “Black Hole”, “Action River”, “Piratenburg” und “Wasserfall” bilden. Nach meiner Recherche kann ich mir darunter etwas vorstellen, vorher hätte ich nur verwundert auf den Buchstabensalat geschaut. Also sprechen diese Worte nur Spaßbad-Profis an.

Nachdem das Flash-Filmchen abgelaufen ist, komme ich auf die eigentliche Website, die mich im schwapp herzlich willkommen heißt. Das Textchen der Seite ist ein typischer Werbetext, der davon handelt, dass Große und Kleine im schwapp auf ihre Kosten kommen. Info-Gehalt gleich Null. Einige Bildchen werden einge- und überblendet. Gleichzeitig poppt ein Fensterchen auf, in dem ich zur Mitternachtssauna “Frühlingserwachen” eingeladen werde, die am 06.03.09 stattfindet.

Mein Eindruck: Gezielt für aktuelle Veranstaltungen zu werben, finde ich sinnvoll. Die Infos sind auch alle da: Wie ist der Ablauf der Veranstaltung, was kostet es etc. Ob dafür ein extra Fensterchen aufpoppen muss? Ich persönlich mag das nicht und verbiete es meinem Browser im Normalfall. Ist aber vielleicht auch Geschmackssache. Die eigentliche Startseite ist meiner Meinung nach verschenkt, abgesehen von den Bildchen, die Schwimmspaß, glückliche Familien und gute Laune verheißen.

Technik/Suchmaschinenoptimierung
: Das Flashfilmchen am Anfang frisst nur Sekunden, enthält keine Informationen und ist für Google irrelevant. Die Startseite ist mit Frames programmiert. Das bedeutet, dass ich für fast null Inhalt scrollen muss, wenn ich alle Bildchen anschauen will und für Suchmaschinen sind Frames ebenfalls problematisch. Im Title-Tag steht nichts sinnvolles (Willkommen im Schwapp) für Suchmaschinen oder Menschen, genauso wenig wie im Content der Seite. Als ich sie bei meiner Recherche das erste Mal aufrief, habe ich daher das schwapp erstmal als uninteressant abgetan.

http://www.alpamare.de lädt sich rasend schnell. Die Imagebildchen (vier) verheißen zweimal Action, einmal Entspannung und ein glückliches Kind. Der Text ist kaum länger als der des schwapp, aber hier wird gleich mit Keywords gearbeitet, die für Mensch und Suchmaschine relevant sind: “Spiel, Spaß und Spannung, Wellness und Erholung”, “Europas längste Rutschen”, “Indoor-Surfanlage”, “entspannen in der Tölzer Therme”, “in der Jodsole grüne Energie tanken”, “als Familie von attraktiven Family-Rabatten profitieren”, “im saubersten Bad Deutschlands”, “Restaurant Bel’Mare” und “gesunde Köstlichkeiten”.

In einem auffällig umrandeten Kasten auf der rechten Seite wird ebenfalls auf aktuelle Aktionen hingewiesen.

Technik/Suchmaschinenoptimierung: Die Seite des alpamare ist modern gestaltet und Google findet den kompletten Text. Suchmaschinenoptimierung wäre möglich, z. B. steht auch hier im Header außer dem Badnamen nichts Relevantes. Die Bilder haben aussagelose Namen “01_So_viel_Spass.gif” und keine Alternativtexte.

2. Was hat das Spaßbad zu bieten?

Beim schwapp finde ich sogleich eine Menüüberschrift “Ausstattung” - klick! Erst bin ich enttäuscht. Wieder nur so ein Bla-Bla-Werbetext: Treten sie ein, Wasserparadies, entfliehen Sie dem Alltag, schenken Sie sich und ihrer Gesundheit und so weiter und so fort. Null Inhalt, kennen wir schon von der Startseite. Die Bildchen, die ich hochscrollen kann sind so klein, dass ich wenig erkenne.

Auf den zweiten Blick finde ich unter den Bildchen noch ein zweites Menü mit Punkten wie “Spassbad”, “Sportbad”, “Gastronomie” - ich klicke auf “Spassbad” (warum eigentlich mit Doppel-S? Ich komme aus Dortmund, da sagt man das so, mit kurzem “a”: Spass und Fass reimen sich). Es poppt ein neues kleines Fensterchen auf. Warum? Damit nicht der wichtige aussagefreie Text von vorher verschwindet? Egal. Im Fensterchen ist jetzt aufgelistet, was das Bad zu bieten hat, als Liste:

* Master Blaster
(Berg- und Talrutsche)
* Black Hole (109 m)
* Röhrenrutsche (65 m)
* Actionriver mit Wellen
* Kleinkinderbereich
(400qm mit Piratenschiff)
* Piratenburg und -schiff
* Wasserfall mit Grotte
* Strömungskanal
* Whirlpool
* Whirlliegen
* Solarium
Und das ist es. Weitere Informationen zur Ausstattung und den Möglichkeiten des Spaßbades gibt es nicht oder sie sind so versteckt, dass ich sie auch nach gründlicher Suche nicht finden konnte.

Dazu muss man sagen, dass nach meinem Kenntnisstand der Master Blaster eine echte Attraktion und in Deutschland nur zweimal vorhanden ist. Black Hole Rutschen sind in gehobenen Spaßbädern zwar mittlerweile oft vertreten, aber immer noch etwas besonderes und auch überall unterschiedlich ausgestattet. Was ist mit Piratenburg und -schiff - vielleicht mal ein Bild davon?

Meiner Meinung nach hat das schwapp wirklich außergewöhnliche Attraktionen zu bieten, aber die werden komplett unter den Tisch gekehrt, im Vorbeigehen mal erwähnt, aber nirgendwo vorgestellt.

Google kann auf der Pop-Up-Unterseite kaum mitbekommen, dass irgendwo das Keyword “Master Blaster” vorkommt. Folgerichtig finde ich die Website des schwapp auch auf den ersten drei Ergebnisseiten nicht, egal ob ich nach “master blaster rutsche” oder “master blaster spaßbad” suche. Zum Glück wurde offline bessere Pressearbeit geleistet, denn immerhin werden bei Google etliche Artikel auf anderen Seiten aufgelistet, die auf das schwapp eingehen.

Im alpamare habe ich solche Schwierigkeiten nicht. Schon auf der Startseite werde ich ja auf die vielen Rutschen und die Spezialität, das Indoor-Surfen angesprochen, beides übrigens direkt anklickbar. Danke! Jede Rutsche wird mit Länge, Geschwindigkeite und Besonderheiten beschrieben ebenso wie die Indoor-Surfanlage, die gleich online reserviert werden kann.

Auch Google entdeckt die Website schnell: Als erstes Suchergebnis auf Seite 2 finde ich das alpamare, wenn ich nach “indoor surfen spaßbad” suche. Weitere Artikel anderer Seiten werden ebenfalls aufgelistet.

3. Presse

Dass ein städtisches Hallenbad nicht extra eine Rubrik für die Presse einrichtet, um sein 70er Jahre Design der Öffentlichkeit zu präsentieren ist weitgehend nachvollziehbar.

Aber ein etwas größeres Spaßbad oder überhaupt irgendein Veranstalter oder Betreiber von Freizeiteinrichtungen hat nichts zu verlieren, wenn er online einen oder mehrere Pressetexte und ein paar Bilder zum Herunterladen anbietet. Ich bin sicher nicht die einzige (Online-)Redakteurin, die oft schnell mal ein paar Infos braucht, aber keine Lust hat, erst bei der Pressestelle (wenn vorhanden) oder der Marketing-Abteilung anzurufen oder zu mailen und dann auf eine Antwort zu warten, nur um zu erfahren, dass gar keine Infos vorliegen oder nur an die Print-Presse ausgegeben werden etc.

Die Voraussetzungen sind denkbar einfach: Es müssen nur ein paar Fotos besorgt werden, für die der Spaßbad-Betreiber alle Nutzungsrechte hat. Notfalls macht er sie selbst! Ein Pressetext sollte sowieso vorliegen - irgendwie wird doch ein Bad dieser Größe Werbung und PR machen müssen. Liegen diese Infos vor, kann jeder Blogger, jeder Online-Redakteur und jeder Journalist rasch und spontan über dieses Bad berichten, ohne großen Aufwand. Mir sind keine Nachteile bekannt, die das Spaßbad davon haben könnte.

Das alpamare hat einen solchen Pressebereich. Das schwapp nicht.

4. Fazit

Das alpamare hat eine übersichtliche Seite ohne viel Schnickschnack und präsentiert alle seine Vorteile übersichtlich. Die Informationen sind so aufbereitet, dass Mensch und Suchmaschine sie ohne weiteres finden. Wenn jemand über das alpamare berichten möchte, findet er Pressematerial gleich online vor. Suchmaschinenoptimierung ist noch möglich, aber unter wichtigen Suchbegriffen wird das alpamare auch so schnell gefunden.

Das schwapp hat als Bad ebenfalls viel zu bieten, aber die Informationen darüber sind mehr als spärlich. Der Mensch kann sich mit etwas Mühe noch ein paar Fakten zusammenkratzen, für Google sind diese Keywords allerdings nicht oder kaum zu finden. Internet-Nutzer sind nicht für ihre Geduld bekannt. Wer nicht gleich findet, was er sucht, klickt für gewöhnlich sofort weiter. Für technischen Schnickschnack wie das Intro und den Werbesong wurde (vermutlich) Geld ausgegeben, der Nutzen jedoch ist minimal. Die Navigation findet auf mehreren Ebenen statt und ist unübersichtlich. Ein Pressebereich fehlt.